Fahrt des Projektkurses Geschichte nach Auschwitz und Krakau

| 1. Oktober 2013

Vieles erinnert noch heute an die Schrecken und den Terror des Nationalsozialismus, welcher das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zeichnete. Mahnmale, Stolpersteine, zahlreiche Filme und Bücher erzählen davon und warnen, damit sich so etwas nicht wiederholen kann und wird. Ganz besonders kommt in diesem Zusammenhang ein Name in den Sinn:

Auschwitz und Auschwitz-Birkenau waren die Konzentrations- und Vernichtungslager in der Nähe des heutigen polnischen Örtchens Oswiecim. Heutzutage berichten in dem Stammlager Auschwitz I mehrere Ausstellungen, auf dem Gelände von Auschwitz-Birkenau ein Freilichtmuseum von den Verbrechen der Nazis und dem Massenmord an unzähligen Unschuldigen.

Im Rahmen des Geschichtsprojektkurses der Jahrgangsstufe 12 besuchten die Kursschülerinnen und -schüler Auschwitz, um die Hintergründe und Geschehnisse zu erfahren und zu verstehen. Dabei wurden sowohl detaillierte Führungen über die beiden Gelände und durch die Ausstellungen veranstaltet, als auch die Kunstaustellung eines Überlebenden besichtigt, ein Zeitzeugengespräch organisiert und auf Spurensuche in den Archiven des Stammlagers gegangen. Die Ereignisse des Tages, Eindrücke und Gedanken wurden dann am späten Abend in Gesprächsrunden zusammengetragen, behandelt und diskutiert. Nebenher wurde durch den Ort Oswiecim geleitet, der seine eigene, spannende Geschichte aufzuweisen hat, direkt beeinflusst durch die wirklich unmittelbare Nähe zum Stammlager Auschwitz I.

Nach einem zeremoniellen Abschied vom Ort bildete eine Reise nach Krakau den Schluss der Reise, die genutzt wurde, um zu entspannen, zu verarbeiten. Den Schülern wurde in der wunderschönen Innenstadt Erkundungszeit gegeben, man machte einen Rundgang durch das jüdische Viertel Krakaus und genoss das herrliche Wetter, um nach einem gemeinsamen Abendessen in einem jüdischen Restaurant die lange Heimreise anzutreten.

Was am Ende dieses Artikels zu sagen bleibt, ist, dass trotz allem die Präsenz des Ortes, die bedrückende Atmosphäre von Auschwitz nicht mit einem Ortschild endete. Jeder Einzelne, auch ich, hat die Erfahrungen wieder mit nach Hause genommen. Die Erinnerungen an die Fotos in den Ausstellungen, die gesprengten Gaskammern, die meterlangen Stacheldrahtzäune sind nicht auf der Ländergrenze wieder verschwunden und das ist auch gut so.

Läuft man über das Gelände von Auschwitz-Birkenau, sieht man nämlich, wie über die einstigen Rampen, Wege und riesigen Appellplätze langsam wieder Gras wächst. Erfahrungen wie die Auschwitzfahrt sorgen dafür, dass genau das mit dem Grauen des Nationalsozialismus nicht passiert.

 

 

Rotes Grau

 

Dunkle Kammern,

Stummer Schreie Hall

aus grauem Stahlbeton.

In die Ohren

dringt es bohrend

und fliegt ungehört davon.

 

Unter Wahnsinns Eisenschwingen

Hass im Gleichschritt

aufmarschiert.

Auf den Schienen liegt Verachtung

Angst im Abteil,

zittert. Friert.

 

Hinter diesem schwere Tore,

unter schwarzen Lettern,

Lügen.

Dieses Grauen,

Wenn sich Herzen

einsam in die Nacht verirren.

 

Schächte, Folter.

Draußen flüstert

man wie’s drinnen vorgehen mag.

Leid und Hunger,

feste Reihen,

stumm schreit einer,

weint und klagt.

 

Was uns heute bleibt sind Akten,

leere Zahlen.

blasse Namen.

Graue Tafeln,

in den Höfen:

Seelen, die dies selbst einst waren.

 

In den Feuern,

auf den Winden,

Geister längst vergangener Tage.

Wohnen in den Mauern,

Flüstern,

die Geschichten, die so lang vergangen waren

Doch vergessen?

Kann es nicht,

man darf es nicht.

Man wird es nie.

 

Gedicht und Artikel: Luca La Furia

 

Kategorie: Abt. Sek II, gesellschaftswissenschaftliche Fächer, Schulfahrten

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