Jede Barriere ist eine zu viel – auch an der HBG!

| 30. Mai 2012

Jede Barriere ist eine zu viel – auch in der Gesamtschule Heinrich Böll Europaschule!

20 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai – Recht auf Teilhabe umsetzen, Barrieren beseitigen
„Der in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindende Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist ein Zeichen für eine starke Bewegung behinderter Menschen. Ohne sie wären die Erfolge der letzten 20 Jahre – von der Grundgesetzänderung im Jahr 1994 bis zur UN-Behindertenrechtskonvention – nicht denkbar gewesen“, erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.

Allerdings müssten Veränderungen auch konkret bei den Menschen ankommen. Neben vielen guten Beispielen gebe es immer noch Barrieren in allen Lebensbereichen, von der Kindertagesstätte und Schulen, über Ausbildung und Beschäftigung bis zum Bereich Wohnen und Freizeit. „Teilhabe ist ein Menschenrecht. Das scheint aber noch nicht überall, insbesondere nicht in jeder Behörde, angekommen zu sein. Proteste sind deshalb weiter nötig“, so Hüppe.

Am Aktionstag „Jede Barriere ist eine zu viel“ der Aktion Mensch beteiligte sich auch die Gesamtschule Heinrich Böll Europaschule mit zwei Projekten, die die ganze Woche vor dem 05.05. stattgefunden haben.


Sowohl die körperlich benachteiligten als auch die nicht behinderten Schüler der HBG konnten die Schule und Umgebung gemeinsam auf Barrierefreiheit prüfen. Von den Bushaltestellen, Zugangsstraßen, Geschäften bis hin zu den Klassenräumen, Sporthallen und Toiletten wurden die Wege auf Befahrbarkeit getestet. Hindernisse und Verbesserungsvorschläge wurden aufgelistet und im Internet auf wheelmap.de veröffentlicht.
Außerdem hatten die Kinder die Möglichkeit, einen „Rollstuhl Führerschein“ zu erlangen, wobei sie unter der Anleitung ihrer behinderten Mitschüler die Grundlagen des Rollstuhlfahrens erlernen konnten. So wurde fleißig das Vorwärts- und Rückwärtsfahren, das Bremsen, Drehen, Kippen und Balancieren geübt und geprüft.

 

Die Organisatoren der Aktionswoche wurden in ihrem Vorhaben durch das Engagement der Schülerinnen und Schüler bestätigt. „Wie es angedacht war, so ist es auch gekommen“ sagt Stephan Gollasch der Leiter der Zweigstelle Königshardt. „Die vielen Fragen, das geweckte Interesse, das Miteinander, die Ergebnisse sprechen für eine gelungene Sensibilisierung für das Anliegen unserer behinderten Mitmenschen“.

 

 

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Kategorie: Europaschule, HBG, Projekte, Soziales Engagement

Kommentare (1)

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  1. MALL sagt:

    Inklusion zum Nulltarif? Das geht nicht. Wenn die Politik behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen beschulen will (eine im Prinzip tolle Idee), dann sollte klar sein, dass das Geld kostet. Umbau von Schulgebäuden, aber auch Fortbildungen für unterrichtende Kollegen sollten selbstverständlich sein, sind aber bisher die Ausnahme. So spart das Land dann nur Kosten, denn an der „Regelschule“ mit 30 Kindern und einem Lehrer ist Unterricht billiger als an speziell für Behinderte eingerichteten Schulen mit 10 Kindern und zwei betreuenden Kollegen…