Niederländischkurse der 12 besuchen Parlament in Den Haag

| 8. Juli 2013

Kleiner als der deutsche Bundestag ist sie allemal, die „Tweede Kamer“, das Parlament unseres Nachbarlandes. Statt aus 600 MdB’s besteht sie gerade mal aus einem Viertel dieser Anzahl, aus 150 Parlamentsmitgliedern – kamerleden – nämlich. Wenn dann, wie beim Besuch der 12er Niederländisch-Kurse Anfang Juli, nur eine Handvoll anwesend ist, ergibt sich fast der Eindruck einer familiären Veranstaltung.

„Ganz schön klein hier“, war dann auch ein häufig gehörter Kommentar beim Blick von der Besuchertribüne. Dabei erlebten die Schülerinnen und Schüler jedoch auch, dass es in der „Tweede Kamer“ um politische Auseinandersetzungen geht, bei denen Meinungen und Interessen aufeinanderprallen. Nun reichen auch zwei Schuljahre Fremdsprachenunterricht nicht, um jedes Detail einer Debatte zu verstehen, doch dass es um die Versorgung älterer Menschen ging, als sich die Parlamentspräsidentin und eine Politikerin der „Socialistische Partij“ ein kurzes, heftiges Wortgefecht lieferten, war den meisten Schülerinnen und Schülern während ihres konzentrierten Zuhörens deutlich geworden.

Klein, trotzdem ernst zu nehmen und nicht ohne die Überwindung von Hürden zu erreichen, das dürfte für viele das Fazit des Besuchs bei der „Tweede Kamer“ gewesen sein, mussten sich doch alle Besucher einem ausgiebigen Sicherheitscheck inklusive Metalldetektor unterziehen und – eine zunächst für beinahe skandalös gehaltene Voraussetzung – ihre Handys für die Zeit des Aufenthalts im Parlamentsgebäude abgeben. Fazit dieser Maßnahme: es geht auch mal eine Stunde ohne. Mehr noch: „Hier liegen noch zwei!“, informierte ein Schüler den Rest der Gruppe, der sich schon auf dem Weg zur Rolltreppe ins Freie – oder die Freiheit?  – befand. So schnell waren die Handys wohl schon vergessen…

Neben dem Besuch des Parlaments blieb jedoch auch noch Zeit, in kleinen Gruppen die Innenstadt zu erkunden und die Fremdsprache Niederländisch in der Praxis anzuwenden. Weil der angekündigte Dauerregen sich glücklicherweise als gelegentliches Nieseln präsentierte, konnte das alles trockenen Fußes geschehen und kamen Schirme, wenn überhaupt, nur kurzzeitig zum Einsatz.

Ein bisschen Regen, ein bisschen Stau auf dem Rückweg: das Nachbarland präsentierte sich bei dieser Exkursion nicht von seiner besten, dafür aber – sehr ehrlich – von seiner authentischen Seite,  oder aber: „heel normaal“.

[Lohrmann]

 

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Kategorie: Abt. Sek II, Schulfahrten, Sprachen

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