Schmachtendorf: Ruhrpott meets Randstad

| 25. April 2016

Schmachtendorf-Ruhrpott meets Randstad: unter dieser Überschrift stand der Besuch von 16 Schülerinnen und Schülern aus dem niederländischen Barendrecht in der Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG) bei ihren Gastgebern aus der Jahrgangsstufe 12.

Mit dem Begriff „Randstad“ – vielen Deutschen eher als Name eines Arbeitsvermittlers bekannt – bezeichnen die Niederländer das dicht besiedelte Gebiet um die vier großen Städte Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht. Dessen „typisch holländische“ Seiten lernten die HBG-Schüler im vergangenen November kennen, nun erfolgte der Gegenbesuch.

„Typisch Ruhrpott“ – einen Eindruck davon sollten nun die niederländischen Gäste bekommen. Und so ging es am vergangenen Donnerstag nach einem Imbiss in der HBG-Mensa zügig zur Zeche Zollverein in Essen, um bei einer wahlweise in niederländischer oder deutscher Sprache gehaltenen Führung etwas über die Geschichte des das Ruhrgebiet prägenden Bergbaus zu erfahren. Die Kulisse der zum Weltkulturerbe gehörenden ehemaligen Kohlenmine beeindruckte die Teilnehmer beider Nationalitäten.

Spätestens beim spektakulären Panoramablick vom Dach der ehemaligen Kohlenwäsche fiel den Niederländern dann auf, was den „Ruhrpott“ auch ausmacht: „Ganz schön viel Grün hier!“, kommentierten sie.
Ein Eindruck, der sich bei denjenigen, die sich beim Besuch des Gasometers am Freitag ebenfalls für den Blick von oben entschieden, nochmals bestätigte. Angetan zeigten sich die Schülerinnen und Schüler jedoch auch von der dortigen Ausstellung. Die spektakuläre Projektion der Erdkugel bot dort auch die Gelegenheit zur Entspannung in bequemen Sitzkissen. Das war für manche sehr angenehm, hatte sich die gesamte Gruppe am Vorabend doch – selbstorganisiert und ohne Lehrkräfte – in einer Karaoke-Bar am Centro vergnügt. Gesang kann offenbar ganz schön anstrengend sein.

A proposCentro: dorthin verschlug es nach dem Gasometer-Besuch die meisten Gastgeber und Gäste. Denn auch wenn Barendrecht in der „Randstad“ liegt und die großen niederländischen Städte schnell erreichbar sind: manche Geschäfte gibt es dort doch nicht. Dafür muss man dann schon mal nach Oberhausen kommen. Ein großes Angebot an Konsumgütern: ist das vielleicht auch „typisch Ruhrpott“?

Mit vielen Umarmungen und den besten Wünschen für die Heimfahrt verabschiedeten die Gastgeber am frühen Nachmittag dann ihre niederländischen Freundinnen und Freunde. Dass das Ziel eines internationalen Austauschs – Knüpfen persönliche Kontakte -erreicht wurde, illustriert die Frage einer HBG-Schülerin nach der Abfahrt des Busses Richtung Niederlande: „Wann besuchen wir sie denn wieder?“ Das jedoch, erklärten ihre Lehrer ihr, müssten die Schüler nun schon selbst organisieren. Für das nächste Schuljahr ist nämlich schon ein Austausch mit den Nachfolgern geplant, Schülern der aktuellen Jahrgangsstufe 11.

austausch NL

Kategorie: Schulfahrten, Sprachen

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