Schulprogramm

Erweitertes Leitbild

Im Zusammenhang mit dem Antrag auf Zertifizierung als Europaschule hat die Schulkonferenz eine Erweiterung des Leitbildes beschlossen. Bislang galt als einziges Leitbild „Heinrich Böll“; nun ist der „Europagedanke“ hinzugekommen. Damit entsteht nun folgende erweiterte Fassung (Hier ist das komplette Schulprogramm als PDF-Datei herunterladbar):

1. Leitbild (Auszug aus dem Schulprogramm)

1.1 Heinrich Böll

Heinrich Böll war ein streitbarer Demokrat. Er kämpfte Zeit seines Lebens für Vernunft und Toleranz im öffentlichen Leben. Sein Engagement galt immer vor allem den Schwachen in der Gesellschaft und den politisch Verfolgten in der ganzen Welt. Sein literarisches Werk und sein Handeln als Staatsbürger waren ein Bekenntnis für den Frieden und gegen Gewalt und Rassismus.

Die Werte, die Heinrich Böll verkörperte, sind Leitbild für das Leben und Lernen in unserer Schule.

Als Gesamtschule ist die Heinrich-Böll-Gesamtschule in besonderer Weise dem Ziel der Chancengleichheit verpflichtet. Das Grundrecht auf Bildung muss innerhalb der Gesamtschule für jedes Kind und für jeden Jugendlichen entsprechend seiner individuellen Begabung verwirklicht werden.

1.2. Europäischer Gedanke an der HBG

Die Heinrich-Böll-Gesamtschule bemüht sich seit der Gründung im Jahre 1981 um internationale Kontakte, und zwar in Form von Projekten und Schulpartnerschaften.

Es geht dabei sowohl um Kontakte mit dem unmittelbar benachbarten Ausland (z. B. Niederlande und Polen) als auch mit den Ländern, deren Sprache bei uns gelehrt wird (England, Frankreich, Spanien).

Europa als Leitbild bedeutet für unsere Schule,

– Europa besser kennen und verstehen zu lernen,

– zu Toleranz und gegenseitigem Verständnis zu erziehen,

– die europäischen Nachbarn besser kennen zu lernen (z. B. die „neuen“ Nachbarn Polen;

– Verantwortung gegenüber Schwächeren zu übernehmen (Unterstützung einer Partnerschule in Brasilien);

– Vorurteile abzubauen;

– Englisch in der Kommunikation als „Verkehrssprache“ zu nutzen (z. B. bei der Teilnahme an europäischen Projekten und Wettbewerben);

– miteinander zu leben und zu arbeiten (z. B. im Schüleraustausch oder im 14tägigen Auslandspraktikum in Spanien);
Die Heinrich-Böll-Gesamtschule

– verfügt über ein erweitertes Fremdsprachenangebot (Niederländisch in der Sek II);

– bietet bilingualen Unterricht ab Klasse 5 an;

– führt seit 25 Jahren internationale Projekte und Partnerschaften durch;

– setzt in den Unterrichtsfächern deutliche Europa-Akzente.
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Informationen zu einem Teilbereich des Schulprogramms, dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt.

Schwerpunkt im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich

Der Schwerpunkt Mathematik / Naturwissenschaften ist ein Förderkonzept für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler, denen über den normalen Unterricht hinaus zusätzliche Inhalte und Methoden im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich angeboten werden.

Der Schwerpunkt M/NW ist Teil eines Gesamtkonzeptes zur Förderung aller Schülerinnen und Schüler gemäß ihren Begabungen und Neigungen. Während Angebote wie Übungsstunden, Übungsprogramme und Angleichkurse eher den Ausgleich von Lerndefiziten zum Ziel haben, richtet sich der Schwerpunkt vor allem an die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler.

Ziele und Inhalte des Schwerpunktes M/NW in den Jahrgängen 5/6

Ziel des Schwerpunktunterrichts in den Jahrgängen 5/6 ist es, den Schülerinnen und Schülern typische Arbeitstechniken der Naturwissenschaften intensiver zu vermitteln (Planung und Durchführung von Experimenten, Handhabung von Geräten, Schulung der genauen Beobachtung, Anfertigung von Protokollen, Auswertung von Experimenten), mathematische Strukturen deutlich zu machen, um so das Verständnis zu erweitern und logisches Denken zu fördern. Dazu steht bei weitgehend experimentellem Vorgehen die Bildung von Modellvorstellungen in den Themenkreisen “Stellenwertsysteme” und “Wahrscheinlichkeitsrechnung” im Vordergrund.

So werden z. B.

  • zum Thema “Feuer” neben Aufbau und Handhabung eines Bunsenbrenners u. a. auch die Wirkungsweise eines Stirling-Motors sowie die Relation zwischen der Viskosität eines Motoröls und seiner Temperatur erarbeitet.
  • zum Thema “Wasser” nach Modellversuchen zur Adhäsion die Wasseraufnahme und -leitung in Pflanzen untersucht.
  • zum Thema “Wahrscheinlichkeitsrechnung” ausgehend von Würfel-, Karten- und Münzwurfspielen die Gewinnchancen bei Glücksspielen betrachtet oder
    über die Bestimmung der Auftretenswahrscheinlichkeit von Buchstaben in Texten codierte Botschaften entschlüsselt.

Weitere Schwerpunktthemen in den Jahrgangsstufen 5/6: 

Aus dem Bereich Mathematik :
Stellenwertsystemzahlen und deren Umwandlung (insbesondere im Vierer-, Fünfer-, Zwölfer- und Zweiersystem ausgehend vom “Viererspiel”)

  • Grundrechenarten in nicht dezimalen Systemen (insbesondere im Dualsystem)
  • Beschreibung von Zufallsexperimenten
  • Wahrscheinlichkeit nach Laplace und über die relative Häufigkeit
  • Transfer der Begriffe und Verfahren auf Anwendungssituationen
  • Ein- und mehrstufige Zufallsversuche
  • Simulation von Zufallsversuchen (Urnenmodell)

Aus dem Bereich Naturwissenschaften:

  • Chemischer Garten (“Wachsen” verschiedener Salzkristalle in Natronwasserglaslösung)
  • Erhitzen von Leitungswasser, Salzwasser und Öl (Dabei: Erstellen von Diagrammen über zeitliche Temperaturverläufe)
  • Erklärung der Zustände von Stoffen (bei Erhitzung und Abkühlung)
  • Brandmalerei (Voraussetzung für Verbrennungsvorgänge)
  • Herstellen und Mikroskopieren eines einfachen Dauerpräparats
  • Bildentstehung am Mikroskop
  • Herstellung einer einfachen Balkenwaage
  • Untersuchung der Zusammensetzung von Getränken (z. B. Fruchtsäfte)

Stets wird ein möglichst selbständiges Arbeiten der Schülerinnen und Schüler vom Experiment über seine Auswertung bis hin zur Modellbildung und Anwendung angestrebt.

In den Jahrgängen 7 – 10 wird die Arbeit in Schwerpunktkursen Mathematik und im Wahlpflichtfach Naturwissenschaften weitergeführt. Der Schwerpunkt Mathematik/Naturwissenschaften wurde in der derzeitigen Form im Schuljahr 1993/1994 in das Förderkonzept der Heinrich-Böll-Gesamtschule aufgenommen, um Schülerinnen und Schüler intensiver auf die gymnasiale Oberstufe und berufliche Bildungsgänge vorzubereiten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass diese Zielsetzung erreicht wird. In schriftlichen Arbeiten und Tests (nach schulübergreifenden Vorlagen) erzielten unsere Schwerpunktschüler sehr gute Ergebnisse